Leserzuschrift 2016 01 05

Stuttgarter Zeitung „Nordostring soll 209 Millionen Euro kosten“ und der Leserzuschrift „Ein Schritt zuviel“ vom 05.01.2016

Die Gegner des Nord-Ost-Rings kommen jetzt wieder mit altbekannten Argumenten aus der Deckung. Herr Gerstel und Allgaier haben die ökologischen Folgen eines Nord-Ost-Rings im Auge und sprechen von Zerstörung des Lebensraums, meinen aber natürlich nicht den der Anwohnern in Remseck, die durch NO2 und Feinstaub vergiftet werden und einen Lärmpegel über der gesundheitlichen Gefährdung aushalten müssen. Nein, diese hunderte von Menschen sind ihnen keines Wortes würdig. Offensichtlich sind Flora und Fauna wichtiger als Menschen.

Dass eine Westrandbrücke, die um 300 Meter versetzt mitten durch die Gemeinde führt, verkehrstechnisch und toxikologisch besser sein soll, als eine Brücke die außerhalb der bewohnten Fläche liegt, das verstehen nur Grüne und Menschen mit Eigeninteressen.

Interessant ist, die Westrandbrücke soll laut Flächennutzungsplan durch eine Grünzäsur geführt werden, die für die Frischluftversorgung von Ortsteil Aldingen wichtig ist. Bis heute habe ich noch keinen Aufschrei von den doch so ökologiebewussten Gegner des Nord-Ost-Rings gehört. Es kommt aber noch besser, auf Rückfrage eines Gemeinderates, sieht Herr Hermann von den Grünen kein Problem den Flächennutzungsplan zu ändern, um so die Westrandbrücke zu ermöglichen.

Generell ist zu sagen, wenn eine Andriof-Brücke gebaut wird, braucht Remseck  keine Westrandbrücke. Zu den topographischen Aussagen von Herrn Allgaier will ich an dieser Stelle nicht im Detail eingehen, aber es ist zu bemerken, dass zu einer neuen Neckarquerung auch Auffahrten auf dem linken Ufer gehören und diese sind im Falle einer Andriof-Brücke leichter zu gestalten als bei einer Westrandbrücke, da im ersten Fall reichlich Platz vorhanden ist, was bei der Westrandbrücke nicht der Fall ist, weil hier das Gelände steil ansteigt. Ich empfehle auch, einen Blick in Google Earth zu werfen, hier können sie einen Höhenunterschied zwischen rechten und linken Aufleger der Andriof-Brücke von 5 bis 10 Metern feststellen und nicht wie behauptet von 70 Metern. Für mich ein Beispiel, wie mit Übertreibungen und Halbwahrheiten Stimmung gemacht wird.

Herrn Gerstel amüsiert es, dass die Mandatsträger einer Befürwortung des Nord-Ost-Rings vom Ministerium nicht genannt werden. Ich hoffe nur, dass sich seine Enkel auch noch amüsieren können, wenn der Großraum Stuttgart für die Industrie unattraktiv geworden ist. Die Verkehrssituation um und in Stuttgart ist unerträglich und wird langfristig negative Auswirkungen auf den Standort Stuttgart haben. Dass sich z.B. Industrieunternehmen im Remstal sorgen, liegt auf der Hand, da die heutige Neckarquerung ein Nadelöhr für den öffentlichen Verkehr darstellt. Heute bleiben die Mandatsträger anonym. Wenn sie aber andere Standorte für ihre unternehmerische Tätigkeit gesucht haben, ist es zu spät. Unser Wohlstand ist keine Selbstverständlichkeit, sondern basiert auf einem fein ausgewogenen Gefüge, zu dem auch eine funktionierende Infrastruktur zählt.