Leserzuschrift 2016 02 15

Stuttgarter Nachrichten vom 15.02.16

Die Verkehrssituation im Großraum Stuttgart wird immer unerträglicher. Offensichtlich will man dies in der Landesregierung nicht wahrnehmen.

Diese Situation ist auch die Ursache für Feinstaub und NO2 Vergiftung breiter Bevölkerungsschichten in Stuttgart und an weiteren Brennpunkten des Verkehrs wie in Remseck. Unabhängig davon ist der volkswirtschaftliche Schaden für die Region erheblich. Es grenzt in diesem Zusammenhang an ein Wunder, wenn Vertreter der Industrie nur von einer „schleichenden Erosion von industrieller Produktion im Land“ sprechen.

Offensichtlich sind der Landesregierung fruchtbare Äcker, Tiere und Pflanzen wichtiger als die Gesundheit der  Bevölkerung und die gesicherte wirtschaftliche Zukunft ihrer Kinder und Enkel.

Es zeigt auch von großer Naivität, wenn die Grünen den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und der Radwege als Allheilmittel propagiert. Laut Bundesverkehrsministerium wird sich das Transportaufkommen auf den Strassen in den nächsten 15 Jahren um 80 % erhöhen. Ich frage mich, wie die Erfordernisse der Industrie und auch aus dem Internethandel, der nicht mehr aufzuhalten ist, durch den Ausbau des Nahverkehrs und der Radwege gelöst werden sollen.

Heute bleiben  die Sprecher der Industrie meist  anonym. Wenn sie aber andere Standorte für ihre unternehmerische Tätigkeit gesucht haben, ist es zu spät. Unser Wohlstand ist keine Selbstverständlichkeit, sondern basiert auf einem fein ausgewogenen Gefüge, zu dem auch eine funktionierende Verkehrs-Infrastruktur zählt.

Die LKW’s sind die größten Emissionsverursacher und wenn sie schon unverzichtbar sind, so sollten sie wenigstens aus den bewohnten Gebieten fern gehalten werden.

Ein Nordostring ist für die Menschen im Raum Stuttgart daher unverzichtbar.

Eines Rings, der die Verkehrsprobleme aller Gemeinden löst und auch die verkehrstechnische Voraussetzung  schafft, um die Region und speziell das Remstal für die Industrie auch in Zukunft attraktiv zu machen.

Die Verwaltungen in den betroffenen Gemeinden und die Regierung sollten sich im Klaren sein, dass das Verkehrsproblem ein regionales ist und wenn sie sich nicht auf einen Nord-Ost-Ring einigen, dann werden alle zu den langfristigen Verlieren gehören.