Region Stuttgart geht schweren Zeiten entgegen

Artikel der FAZ vom 04.10. 2018 "Wo computer die meisten Stellen ersetzen können"

2018 10 SZ Computer ersetzen Stellen

Die Region Stuttgart geht schweren Zeiten entgegen.

Aus Sicht der Gemeinden Remseck, Fellbach und Waiblingen braucht man keinen Nord-Ost-Ring. Man muss nur eine lokale Lösung anstreben, die auf bestehenden Landstraßen und kleinen Änderungen der Verkehrsführung zusammen mit einer Neckarquerung bei Hornbach/VVS-Depot aufbaut. Für Remseck speziell wäre noch eine Nordumfahrung Aldingen wünschenswert.

Diese Alternative würde den Verkehr aus den Gemeinden heraushalten und eine Entlastung des lokalen Verkehrs bedeuten. Der Charme dieser Alternative wäre, dass sich auch die Gegner eines NOR dieser Lösung anschließen würden. Die Gemeinden könnten auf dieser Basis einen Kompromiss finden.

Wenn man aber die Bedürfnisse der Region Stuttgart ins Kalkül zieht, dann ist nur der NOR eine vernünftige Lösung. Die Region braucht eine leistungsfähige Infrastruktur, um als Industriestandort attraktiv zu bleiben. Der Stau in der gesamten Region Stuttgart hat langfristige Auswirkungen.

Eine Studie sagt (FAZ vom 04.10.2018), dass ca. 30% der Stellen in Baden-Württemberg durch Digitalisierung abgebaut werden können, hier sind nicht die Arbeitsplatzverluste durch Umstrukturierung der Automobilindustrie eingerechnet. Unter dem Aspekt, dass die Autoindustrie mittel- und langfristig durch Elektrofahrzeuge und Industrie 4.0 (Digitalisierung) tausende von Arbeitsplätzen abbauen wird, muss die Region neue Industrien anlocken, um den Verlust an Arbeitsplätzen zu kompensieren. Neben anderen Faktoren ist die Infrastruktur ein entscheidendes Kriterium für die Standortwahl eines Unternehmens.

Dieser Aspekt wird von den Gegnern des NOR ignoriert. Nach dem Motto, uns geht es gut und der Wohlstand in der Region Stuttgart ist gottgegeben. Leider ist dies nicht so, vor 30 Jahren konnte sich auch keiner vorstellen, dass das Ruhrgebiet zu einem Notstandsgebiet wird.

Das Menetekel steht schon an der Wand. Ausländische Investoren halten den Großraum Stuttgart für nicht mehr attraktiv und es verlassen mehr inländische Firmen die Region als zuziehen. Verkehrschaos, Fahrverbote, Luftverschmutzung, Verteufelung von Unternehmern, beschränktes Raumangebot, teurer Wohnraum, sinkende Bildung, kaum Fonds für Startups und Zukunftsfeindlichkeit (siehe Stuttgart 21) breiter Bevölkerungsschichten machen die Region Stuttgart unattraktiv für Investoren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.